Spotlighting Museums, vol. 55
Die Kraft der Museen - The power of museums
Please find the English Version below
Herzlich Willkommen zur letzten Ausgabe von Spotlighting Museums in diesem Jahr. Die letzten Monate des Jahres sind traditionell eine Zeit des Rückblicks und der Berichte. Doch was macht Museen wirklich erfolgreich und wie lässt sich dieser Erfolg überzeugend kommunizieren?
Besucher:innenzahlen und wirtschaftliche Kennwerte geben darauf nur begrenzt Antworten. Der Erfolg von Museen liegt viel eher in ihrer gesellschaftlichen Wirkung. Genau dieser Frage – den Erfolgsfaktoren und der Gestaltungskraft von Museen – widmeten sich in den vergangenen Monaten zwei Fachtagungen, an denen wir mit dem Projekt Museum Development Goals teilnehmen durften. In diesem Newsletter geben wir Ihnen Einblicke und Impulse aus diesen Diskussionen.
Wirkung sichtbar machen mit den Museum Development Goals
Die Museum Development Goals (MDGs) setzen genau hier an: Ihr zentrales Anliegen ist es, die gesellschaftliche Wirkung von Museen sichtbar, verständlich und anschlussfähig zu machen. Das Projekt der NORDMETALL-Stiftung in Kooperation mit ICOM Deutschland übersetzt die komplexen, teilweise unsichtbaren Aufgaben und Wirkweisen von Museen in 18 Ziele, die auf der Museumsdefinition des International Council of Museums (ICOM) basieren. Wir berichteten bereits bei Spotlighting Museums in Ausgabe 41 über das Projekt.
Die MDGs bieten Museen einen gemeinsamen Orientierungsrahmen, um Wirkung zu reflektieren, zu kommunizieren und weiterzuentwickeln – nach innen wie nach außen. Im Fokus stehen dabei nicht nur klassische, gut sichtbare Tätigkeiten wie Sammeln, Ausstellen oder Vermitteln, sondern ebenso zentrale Wirkungen hinter den Kulissen, etwa Inklusion, Nachhaltigkeit oder Wissensaustausch. So erweitern die MDGs den Blick auf das, was Museen leisten.
Die Gestaltung der Ziele erfolgt partizipativ über sogenannte Patenschaften: Museen operationalisieren einzelne Ziele gemeinsam mit einer der projektbeteiligten Wirkungsmanagerinnen, Sarah Ulrich oder Verena Kofler, und entwickeln eine eigene Wirkungslogik. Leitfragen sind dabei: Was bedeutet dieses Ziel konkret für unser Museum? Welche Maßnahmen zahlen darauf ein? Und wann betrachten wir unser Handeln als erfolgreich?
Schritt für Schritt entsteht so eine wachsende Sammlung von Good-Practice-Beispielen, die anderen Museen den Einstieg in wirkungsorientiertes Arbeiten erleichtert.
Erfolgsfaktoren von Museen
Was macht ein Museum erfolgreich? Diese Frage stand im Mittelpunkt der 17. Museumsmanagement-Tagung, des Arbeitskreises Museumsmanagement, in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Niedersachsen Bremen und dem Braunschweigischen Landesmuseum, am 3. und 4. November 2025. Rund 100 Museumsfachleute diskutierten in Vorträgen, Podien und Workshops über Erfolgsfaktoren im Museum. Begleitend wurde der Tagungsband „Erfolgsfaktoren von Museen. Werte. Strategien. Wirksamkeit“ veröffentlicht.
Eingehende Orientierung bot das Forschungsprojekt „Erfolg im Museum“ des Instituts für Museumsforschung. Die zentrale Botschaft von Maria Stölzer: Es gibt keine universelle Erfolgsformel.
Erfolg im Museum entsteht nach ihren Ergebnissen im Spannungsfeld von Wirkung, Legitimation und Steuerung. Drei Faktoren sind dabei entscheidend:
Zielklarheit: Wofür steht das Museum?
Strategie und Steuerung: Wie werden Ziele verfolgt?
Lernfähigkeit: Wie entwickelt sich das Museum weiter?
Erfolgsmessung wird dabei erst dann wertvoll, wenn sie Veränderung ermöglicht. Erfolg ist kein Zustand, sondern ein kontinuierlicher Prozess: Von Zielen über Indikatoren und Messung, hin zu Reflexion, Anpassung – und neuen, weiterentwickelten Zielen. Voraussetzungen hierfür sind eine offene, vertrauensvolle Lernkultur, ausreichende Ressourcen sowie eine Haltung, die Messung nicht als reine Rechenschaftspflicht, sondern als Quelle von Selbstwirksamkeit versteht. Kurz gesagt: Erfolg messen heißt nicht zählen, sondern lernen.
Museen haben gesellschaftliche Gestaltungskraft
Unter dem Titel „On Fire – Über die Kraft der Museen“ trafen sich vom 03. bis 05. Dezember rund 400 Teilnehmende aus Deutschland und der internationalen Museumsfachwelt im Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg. Drei Tage lang stand der intensive Austausch darüber im Mittelpunkt, welche Kraft Museen heute entfalten können – und wie sie als vertrauensvolle Orte zur Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse beitragen.
Auch hier war das Projekt Museum Development Goals (MDGs) präsent und brachte eine konkrete Perspektive auf Wirkungsorientierung und Verantwortung von Museen in den fachlichen Diskurs ein. Ein besonderer Impuls ging von der MDG-Wirkungsspur aus: Interaktive Stationen im Museum luden dazu ein, gesellschaftliche Wirkung zu entdecken, eigene Sichtweisen einzubringen und miteinander ins Gespräch zu kommen – ganz im Sinne eines offenen, dialogischen Museumsverständnisses. Außerdem konnten Teilnehmende der Tagung sich das Plakat „Wie wirken Museen?“ mitnehmen, um die Diskussion im eigenen Haus weiterzuführen.
Die Diskurse auf beiden Tagungen machen deutlich: Erfolg im Museum entsteht dort, wo Zielklarheit, Haltung und Lernfähigkeit zusammenspielen. Wirkungsmessung entfaltet ihr Potenzial dann, wenn sie nicht Kontrolle bedeutet, sondern Reflexion, Dialog und Weiterentwicklung ermöglicht.
Die Museum Development Goals bieten dafür einen praxisnahen, gemeinsamen Rahmen – und unterstützen Museen dabei, ihre Wirkung überzeugend zu kommunizieren.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen zum Abschluss einen anregenden und gelungenen Jahresausklang, erholsame Feiertage und einen kraftvollen Start in ein wirkungsvolles Jahr 2026.
Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Newsletter Spotlighting Museums! Wir freuen uns sehr, wenn wir Sie im neuen Jahr weiterhin begleiten dürfen.
Herzliche Grüße
Sandra Richter, NORDMETALL-Stiftung
English Version
Welcome to the final edition of Spotlighting Museums in 2025. The last few months of the year are traditionally a time for reflection and reporting. But what really makes museums successful, and how can this success be communicated convincingly?
Visitor numbers and economic indicators provide only limited answers to these questions. The success of museums lies much more in their social impact. It is precisely this question – the success factors and creative power of museums – that has been the focus of two specialist conferences in recent months, in which we were able to participate with the Museum Development Goals project. In this newsletter, we provide you with insights and ideas from these discussions.
Visualising impact with the Museum Development Goals
The Museum Development Goals (MDGs) address precisely this point: their central aim is to make the societal impact of museums visible, comprehensible, and relatable. The project, run by the NORDMETALL Foundation in cooperation with ICOM Germany, translates the complex and sometimes invisible tasks and modes of operation of museums into 18 goals based on the International Council of Museums (ICOM) museum definition. We already discussed the project in Spotlighting Museums in issue 41.
The MDGs offer museums a common framework for reflecting on, communicating and further developing their impact – both internally and externally. The focus is not only on classic, highly visible activities such as collecting, exhibiting or communicating, but also on key behind-the-scenes effects such as inclusion, sustainability and knowledge exchange. In this way, the MDGs broaden the view of what museums achieve.
The goals are designed in a participatory manner through so-called sponsorships: museums operationalise individual goals together with one of the impact managers involved in the project, Sarah Ulrich or Verena Kofler, and develop their own impact logic. The key questions are: What does this goal mean specifically for our museum? What measures contribute to it? And when do we consider our actions to be successful?
Step by step, a growing collection of good practice examples is being created, which makes it easier for other museums to get started with impact-oriented work.
Success factors for museums
What makes a museum successful? This question was the focus of the 17th Museum Management Conference, organised by the Museum Management Working Group in collaboration with the Museum Association of Lower Saxony and Bremen and the Braunschweig State Museum, on 3 and 4 November 2025. Around 100 museum experts discussed success factors in museums in lectures, panel discussions and workshops. The conference proceedings, “Success Factors for Museums. Values. Strategies. Effectiveness,” were published to accompany the conference.
The research project “Success in Museums” by the Institute for Museum Research provided in-depth guidance. Maria Stölzer’s central message: there is no universal formula for success.
According to her findings, success in museums arises from the interplay between impact, legitimacy and control. Three factors are crucial in this regard:
Clarity of objectives: What does the museum stand for?
Strategy and control: How are goals pursued?
Learning ability: How is the museum developing?
Measuring success only becomes valuable when it enables change. Success is not a state, but a continuous process: from goals to indicators and measurement, to reflection, adaptation – and new, further developed goals. This requires an open, trusting learning culture, sufficient resources and an attitude that sees measurement not as a mere accountability requirement, but as a source of self-efficacy. In short, measuring success is not about counting, but about learning.
Museums and their social influence
Under the title “On Fire – On the Power of Museums”, around 400 participants from Germany and the international museum community met at the Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg from 3 to 5 December. For three days, the focus was on an intensive exchange about the power that museums can unleash today – and how they contribute to shaping social processes as places of trust.
Here, too, the Museum Development Goals (MDGs) project was present and contributed a concrete perspective on impact orientation and the responsibility of museums to the professional discourse. The MDG Impact Trail provided a particular stimulus: interactive stations in the museum invited visitors to experience social impact first-hand, contribute their own perspectives and engage in conversation with one another – in keeping with an open, dialogical understanding of museums. In addition, conference participants were able to take home the poster “What is the impact of museums?” to continue the discussion in their own institutions.
The discussions at both conferences made it clear that success in museums arises where clarity of purpose, attitude and learning ability come together. Impact measurement unfolds its potential when it does not mean control, but rather enables reflection, dialogue and further development.
The Museum Development Goals offer a practical, common framework for this – and support museums in communicating their impact in a convincing manner.
With this in mind, we wish you a wonderful end to the year, a relaxing holiday season and an energetic start to a powerful 2026.
Thank you for your interest in our Spotlighting Museums newsletter! We look forward to continuing to accompany you in the new year.
Kind regards
Sandra Richter, NORDMETALL-Stiftung









Thanks for all you share!